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Deutschland/Indonesien

Ein wichtiger Partner in Asien

Deutschland und Indonesien haben mit der "Jakarta-Erklärung" ihre politischen und wirtschaftlichen Beziehungen vertieft. Beide Länder wollen wirtschaftlich eine strategische Zusammenarbeit entwickeln, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und der Präsident von Indonesien, Susilo Bambang Yudhoyono Treffen mit dem indonesischen Präsidenten, Yudhoyono Foto: picture alliance / dpa

Mit ihrem ersten Besuch als Bundeskanzlerin hatte Merkel die Entwicklung in Indonesien und die Bedeutung der deutsch-indonesischen Beziehungen gewürdigt. Deutschland und Indonesien haben mit der "Jakarta-Erklärung" ihre politischen und wirtschaftlichen Beziehungen vertieft. Beide Länder wollen wirtschaftlich eine strategische Zusammenarbeit entwickeln, sagte die Bundeskanzlerin.

Strategische Zusammenarbeit

Mit der "Jakarta-Erklärung" stellten beide Länder ihre Beziehungen auf eine neue, umfassende Stufe und entwickelten gerade auch im Wirtschaftsbereich eine strategische Zusammenarbeit, betonte die Bundeskanzlerin. Das Tsunami-Frühwarnsystem, an dem das Geoforschungszentrum Potsdam maßgeblich beteiligt war, hob die Kanzlerin als Beispiel für die künftige enge Zusammenarbeit hervor. "Wir sehen hier höchste wissenschaftliche Qualität, auch erleben wir, wie hier indonesische Fachleute ausgebildet werden", sagte die Kanzlerin.

Das Frühwarnsystem wurde nach der verheerenden Flutkatastrophe vom 26. Dezember 2004 aufgebaut, bei der mehr als 230.000 Menschen in Südostasien ums Leben kamen. Die Bundesregierung stellte mehr als 53 Millionen Euro für den Aufbau und die Optimierung des Systems bereit.

Die Kooperation erstrecke sich auch auf Bereiche, die für die friedliche Entwicklung in der Region wichtig seien, so Merkel weiter. Dazu gehörten die Abhaltung von Friedensmissionen ebenso wie die Frage der technischen Zusammenarbeit. Bei der Entwicklung der erneuerbaren Energien versprach die Kanzlerin deutsche Unterstützung, da Indonesien sich ein sehr anspruchsvolles Ziel gesetzt habe: 25 Prozent erneuerbare Energien bis zum Jahr 2025.

Haushalte konsolidieren, Wettbewerbsfähigkeit stärken

Bundeskanzlerin Merkel und Präsident Yudhoyono sprachen auch über die Lage in der Eurozone. "Indonesien ist ein wichtiges Beispiel dafür, dass Wirtschaft nachhaltig wachsen muss", sagte die Kanzlerin. Schließlich seien die Staatsschulden unter Präsident Yudhoyono von 80 Prozent des Bruttoinlandsprodukts auf 24 Prozent gesunken - dies müsse in Europa noch geleistet werden, so Merkel. Allerdings gelinge dies nicht von einem Tag auf den anderen, machte die Kanzlerin deutlich. Europa habe sowohl eine Staatsschuldenkrise als auch eine Krise der Wettbewerbsfähigkeit. "Wir haben aber viel gelernt und ich glaube, wir werden sie überwinden", zeigte sich Merkel zuversichtlich.

EU wichtig für globale Gestaltungsmöglichkeiten

Die Bundeskanzlerin sagte auch, dass Indonesien auf Europa setze und sie sich deshalb bei ihrer Arbeit ermutigt fühle, weiter für ein vereintes Europa zu kämpfen. Es gäbe 240 Millionen Menschen in Indonesien und jeweils mehr als eine Milliarde Menschen in China und Indien. Die Europäische Union sei auch wichtig im Hinblick auf unseren Einfluss und unsere Vorstellungen, wie wir global arbeiten wollten.

Zeichen für religiöse Toleranz

An ihrem ersten Tag hatte die Bundeskanzlerin zunächst die evangelische Immanuelkirche und danach die Istiglal-Moschee in Jakarta besucht, die als größte Moschee Südostasiens gilt. Zuvor hatte die Kanzlerin auch auf dem Ehrenfriedhof Kalibata einen Kranz niedergelegt. Weiterer Programmpunkt war ein Treffen mit dem Präsidenten des indonesischen Verfassungsgerichts.

Das 2003 geschaffene Verfassungsgericht kooperiert eng mit dem deutschen Bundesverfassungsgericht. Die Bundeskanzlerin traf auch mit Vertretern der Zivilgesellschaft, Mitgliedern von Nichtregierungsorganisationen und Gewerkschaftern zusammen, um sich über die alltägliche Situation der Bevölkerung zu informieren.

Indonesien ist mit 240 Millionen Einwohnern das viertgrößte Land der Welt. Das Land hat gleichzeitig die weltweit meisten muslimischen Bürger. Die innenpolitische Entwicklung der vergangenen Jahre ist von Verfassungsreformen, Parteienpluralität und Dezentralisierung geprägt. Gleichzeitig hat das G20-Mitglied eine hohe wirtschaftliche Dynamik entwickelt. Es hat das dritthöchste Wirtschaftswachstum weltweit und ist damit eines der führenden Schwellenländer.

Mittwoch, 11. Juli 2012

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