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1. Internationales Deutschlandforum

Einen neuen Weg gehen

Über 100 Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Politik, Gesellschaft und Forschung aus dem In- und Ausland sind ins Bundeskanzleramt gekommen. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte zum 1. Internationalen Deutschlandforum geladen.

Auftakt der Diskussionsrunde mit der Kanzlerin. Thema des Forums: "Was Menschen wichtig ist - Lebensqualität und Fortschritt" Foto: Bundesregierung/Bergmann

"Ich freue mich, dass Sie unserer Einladung gefolgt sind, ein Stück mit uns einen neuen Weg zu gehen.", begrüßte Merkel die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. In der Regel fehle viel zu oft die Zeit, um über die Fragen und Herausforderungen zu sprechen, die uns alle bewegen, so die Kanzlerin weiter.

Was empfinden Menschen jenseits von Wachstumszahlen als maßgeblich für gute Lebensbedingungen? Dieser Frage widmeten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Internationalen Deutschlandforums. Unter dem Titel "Was Menschen wichtig ist - Lebensqualität und Fortschritt" diskutierten sie unter anderem über den Klimawandel, die Rolle der Frauen, Bildung und die globale Digitalisierung.

Die Idee für die Veranstaltung stammt aus dem Dialog über Deutschlands Zukunft. Merkel hatte ihn in den vergangenen zwei Jahren bundesweit und im Internet geführt.

Lebensqualität in Deutschland

"Lebensqualität bedeutet nicht nur, wie reich bist du, sondern: Wer kümmert sich um dich, wenn du einmal schwach bist, wenn du krank bist?", erklärte Merkel. Wie sehr diese Fragen die Menschen bewegen, habe ihr der Zukunftsdialog gezeigt. Das Thema "Wie wollen wir leben?" wurde dort rege diskutiert.

Auch die Expertenarbeitsgruppe "Deutschland in den Augen der Welt" habe intensiv über das Thema Lebensqualität in Deutschland diskutiert. Deutschland und Europa seien ein wenig selbstgefällig geworden, stellte Merkel fest. Der Blick dürfe sich nicht nur auf die EU und die USA richten.

Mehr Bildung, mehr Beteiligung von Frauen

Bildung sei die Basis für ein gutes Zusammenleben, betonte die Kanzlerin und erntete großen Zuspruch in der Runde. Mit Blick auf die fortschreitende globale Digitalisierung werde sich auch die Ausbildung zunehmend verändern müssen.

Frauen spielten noch immer nicht die Rolle in der Gesellschaft, wie es gut wäre, so Merkel weiter.

Dem schloss sich Mona AlMunajjed an, Soziologin, Autorin und Beraterin zu sozialpolitischen Gleichstellungsfragen in Saudi-Arabien. Sie berichtete, dass Frauen die treibende Kraft in Saudi-Arabien seien, insbesondere im wirtschaftlichen Bereich. Frauen würden zunehmend in die Gesellschaft hineinwirken und entwickelten sich von Entscheidungsfinderinnen zu Entscheidungstrefferinnen.

Klimawandel

"Der Klimawandel ist eine große Bedrohungen für die Menschheit.", erklärte Christiana Figueres, Geschäftsführerin der United Nations Framework Convention on Climate Change. Der Klimawandel behindere den Fortschritt der industriellen Entwicklung und drohe das auszulöschen, was bei der globalen Entwicklungshilfe erreicht worden sei. Allerdings böten sich auch Chancen: so schaffe die Forschung zu neuen Energien, die Entwicklung energiesparender Autos Arbeitsplätze und sichere so Lebensqualität.

Die Kanzlerin betonte in diesem Zusammenhang Deutschlands Anspruch, beim Klimaschutz eine Vorreiterrolle zu spielen. "Wir haben in Deutschland nicht das Recht, auf Kosten anderer zu leben", so Merkel. In einer gerechten Welt müssten die CO2-Emissionen fair verteilt sein und die Auswirkungen des Klimawandels von allen Staaten als Herausforderung begriffen werden.

Der Klimawandel gehöre zu den wichtigen Themen bei der Sicherung der Lebensqualität und Fragen des Fortschritts. Weltweit müssten Maßnahmen ergriffen werden, um die Erderwärmung zu begrenzen. Deutschland werde sich noch stärker international für den Klimaschutz einsetzen.

Entwicklung mit Werten

Ein eigens entwickelter Glücksfaktor ("Happiness-Index"), ähnlich dem Bruttoinlandsprodukt, hilft der Königlichen Regierung von Bhutan, Glück und Lebensqualität als Staatsziel zu verwirklichen. Ein entscheidender Faktor dabei spiele die Zeit: acht Stunden Arbeit, acht Stunden Freizeit und acht Stunden Schlaf seien die ideale "work-life-balance", erklärte Karma Tshiteem, Sekretär der Gross National Happiness Commission von Bhutan. Glück sei multidimensional und damit weit mehr als eine Emotion.

Werte einzubeziehen spiele eine besondere Rolle. Diese müssten unbedingt weitergegeben werden. Viel zu oft versäumten Familien heute ihren Erziehungsauftrag, so Tshiteem weiter.

IDF als regelmäßiges Treffen

Zum Abschluss dankte Merkel den Teilnehmerinnen und Teilnehmern für ihr Kommen. Sie habe die Veranstaltung als bereichernd empfunden und sich über die spannende, vielfältige Diskussion sehr gefreut. Zugleich habe sie den Vorschlag aus dem Zukunftsdialog umgesetzt, das Internationale Deutschlandforum als regelmäßiges Treffen einzurichten.

Und um die Gespräche auch international auf höchstem Niveau fortzuführen, schlug die Bundeskanzlerin vor, das Thema Wohlstand und Lebensqualität auf die Agenda der deutschen G8-Präsidentschaft im Jahr 2015 zu setzen.

Mittwoch, 5. Juni 2013

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