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Schwerbehinderte Menschen

Freifahrtregelung für schwerbehinderte Reisende

Seit dem 1. September ist Bahnfahren in Deutschland für schwerbehinderte Menschen leichter. Sie können nun dank einer erweiterten Freifahrtregelung alle Nahverkehrszüge der Deutschen Bahn kostenlos nutzen.

Die Regelung kommt rund 1,4 Millionen Menschen zugute, die gehbehindert, blind oder gehörlos sind.

Ihr Schwerbehindertenausweis hat einen orangefarbenen Aufdruck und trägt das Merkzeichen „G“, „aG“, „H“, „GI“ oder Bl“. Zusätzlich benötigt man ein Beiblatt, das mit einer Wertmarke des Versorgungsamtes versehen ist. Das Merkzeichen „B“ im Schwerbehindertenausweis berechtigt darüber hinaus, kostenfrei eine Begleitperson mitzunehmen.

Mobilitätseingeschränkter Fahrgast im Rollstuhl beim Einsteigen


Bislang erstreckten sich die Freifahrten in den Zügen der Deutschen Bahn nur innerhalb der Verkehrsverbünde und außerhalb in einem Radius von 50 Kilometern um den Wohnort. Für weitere Strecken musste ein Fahrschein gelöst werden. Gerade für blinde Menschen oder Menschen, die auf den Rollstuhl angewiesen sind, ein großes Hindernis.

Bundesweit alle Nahverkehrszüge nutzen

Das Bundessozialministerium und die Deutsche Bahn AG haben gemeinsam vereinbart, dass freifahrtberechtigte schwerbehinderte Reisende künftig deutschlandweit und durchgängig mit allen Nahverkehrszügen der Deutschen Bahn in der 2. Klasse kostenlos fahren können. Die Beschränkung auf den 50-km-Radius wird aufgehoben.

Dies gilt für die Regionalbahn, den Regionalexpress, den Interregio-Express, für S-Bahnen. Ein zusätzlicher Fahrschein ist dann nicht mehr erforderlich. Die unentgeltliche Beförderung gilt nur für den Nahverkehr. Im Fernverkehr müssen schwerbehinderte Menschen normal bezahlen.

Damit schließt die Deutsche Bahn eine Lücke zwischen den Verkehrsverbünden und in Zügen von privaten Eisenbahnverkehrsunternehmen. Hier gilt seit jeher eine Freifahrtregelung für schwerbehinderte Reisende.

Soziale Verantwortung zeigen

Bundessozialministerin Ursula von der Leyen findet, dass die neue großzügige Freifahrtsregelung ein „prima Beispiel“ sei, wie jeder in seinem Bereich etwas für behinderte Menschen verbessern könne: „Keine Probleme mit dem Automaten mehr, einfach in den Zug und los.“ Dieses Beispiel sozialer Verantwortung von Unternehmen gegenüber schwerbehinderten Menschen sei deswegen besonders hervorzuheben, weil es auf freiwilliger Basis ohne gesetzliche Verpflichtung geschehe.

Die Bundesregierung beabsichtigt, die Regelung auch gesetzlich zu verankern. Sie soll zum 1. Januar 2012 in Kraft treten.

Donnerstag, 1. September 2011

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