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Neubau

Jüdisches Museum eröffnet Bildungsakademie

Hohe Besucherzahlen und ein breites pädagogisches Angebot machen das Jüdische Museum in Berlin zu einem der wichtigsten deutschen Geschichtsmuseen. Nun wird es um eine neue Bildungsakademie erweitert. Kulturstaatsminister Neumann gratulierte.

Über 750.000 Besucherinnen und Besucher zieht es jährlich in die Ausstellungen des Jüdischen Museums in Berlin, dreimal mehr als ursprünglich erwartet. Seit der Eröffnung 2001 kamen insgesamt rund acht Millionen Gäste, drei Viertel davon aus dem Ausland. Damit leistet das Museum einen wichtigen Beitrag zum Umgang mit der jüdisch-deutschen Vergangenheit - auch über die Landesgrenzen hinaus.

Um dem steigenden Besucherinteresse gerecht zu werden, ließ die Stiftung Jüdisches Museum Berlin ein Erweiterungsgebäude errichten. Am Wochenende wurde die neue Akademie im Eric F. Ross Bau nun feierlich eingeweiht.

Kulturstaatsminister Bernd Neumann erklärte anlässlich der Eröffnung: "Das Jüdische Museum steht vor großen Herausforderungen: Nicht nur die Besucherzahlen steigen, auch die Bestände des Museums wachsen durch Neuerwerbungen und Schenkungen an. Und die pädagogischen Angebote des Museums, die sich besonders an jüngere Besucher richten, werden immer stärker nachgefragt. Künftig sollen junge Menschen mehr Raum und Gelegenheit haben, die intensiven Eindrücke aus der Ausstellung in Workshops nachzuarbeiten und zu vertiefen."

Neuer Ort des Lernens

Die neue Akademie im Eric F. Ross Bau – benannt nach einem ihrer größten Förderer – wird das Spektrum an Bildungsangeboten des Museums erweitern. Schon jetzt sind es vor allem die Schülerworkshops, Führungen, Lehrerfortbildungen und Tagungen mit Fachleuten aus der Wissenschaft, die das Museum zu einem Ort der Auseinandersetzung und Begegnung mit der jüdischen Kultur machen.

Unter einem Dach mit der Museumspädagogik werden sich im neuen Bau auch die Bibliothek des Museums sowie die wachsenden Archivbestände befinden. Somit können die verschiedenen Teilbereiche zusammenwirken und den Lerneffekt verstärken. Inhaltliche Schwerpunkte der Akademie sollen Fragen der Migration, Integration und interkulturellen Bildung sein.

In der Akademie werden auch zahlreiche Nachlässe jener Familien eine dauerhafte Heimat finden, die während des Nationalsozialismus ins Exil flüchteten. Ihre Geschichte, ihre Lebenswelten und ihr Wissen blieben so für die Nachwelt erhalten, freute sich Kulturstaatsminister Neumann.

Von Daniel Libeskind entworfen

Die Akademie befindet sich gegenüber dem Hauptgebäude des Jüdischen Museums in einer ehemaligen Blumengroßhalle. Wie schon das Museum selbst, wurde auch das Akademiegebäude von Architekt Daniel Libeskind entworfen. Das Gebäude der Halle wurde bis auf einige Durchbrüche in der Fassade erhalten. Drei gegeneinander geneigte Kuben bilden den neuen Eingang und ergänzen das Hauptgebäude architektonisch.

In der Mitte des Baus ist auf 1000 Quadratmetern der "Garten der Diaspora" angelegt - ein Ort, den Besucher zum Verweilen nutzen können. Der Garten soll an die Diaspora der Juden erinnern, an die Lebensweise in kleinen Gemeinschaften innerhalb andersgläubiger Gesellschaften.

Preis für Verständigung und Toleranz

Im Rahmen des Festaktes zur Einweihung der Jüdischen Akademie hat das Jüdische Museum auch den diesjährigen "Preis für Verständigung und Toleranz" verliehen. Seit 2002 zeichnet das Museum gemeinsam mit dem Förderverein jedes Jahr Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Kultur und Politik aus, die sich besonders für die deutsche Verantwortung gegenüber der Geschichte, für Menschenwürde sowie den Dialog zwischen den Kulturen und Religionen einsetzen.

Preisträger sind in diesem Jahr der ehemalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker und der Unternehmer Klaus Mangold.

Das Jüdische Museum führt seine Besucher in einem chronologisch angelegten Rundgang durch 2000 Jahre jüdisch-deutsche Geschichte. Als Bundesstiftung verfolgt das Museum das Ziel, jüdisches Leben in Berlin und Deutschland zu erforschen und darzustellen sowie einen Ort der Begegnung zu schaffen.

Die Stiftung erhält einen jährlichen Zuschuss von rund 12,8 Millionen Euro. Die Baukosten für die Bildungsakademie betragen rund 11,5 Millionen Euro. Ein Drittel davon haben private Spender aufgebracht, aus dem Haushalt des Kulturstaatsministers wurden die übrigen Mittel finanziert.

Samstag, 17. November 2012

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