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Ehrung für Helmut Kohl

Kanzler der Einheit - Ehrenbürger Europas

Vor 30 Jahren hat der Bundestag Helmut Kohl zum Bundeskanzler gewählt. Mit seinem Namen untrennbar verbunden ist die deutsche Wiedervereinigung. Bundeskanzlerin Merkel erinnerte bei einem Festakt an den Beginn einer Ära und würdigte seine historischen Leistungen für Deutschland und Europa.

Bundeskanzlerin Merkel und Altkanzler Helmut Kohl Bundeskanzlerin Merkel präsentiert die Sonderbriefmarke zu Ehren von Altkanzler Helmut Kohl Foto: picture alliance / dpa

Deutschland habe unschätzbares Glück gehabt, national und international auf einen Kanzler des Vertrauens bauen zu können, als sich1989 die historische Gelegenheit geboten habe, das Tor zur Einheit aufzustoßen, sagte Merkel. Sie zollte Kohls historischen Verdiensten um die Einheit Deutschland und die europäische Einigung Hochachtung. "Dankbar können wir heute auf das in 22 Jahren Erreichte schauen", sagte Merkel.

Geschichte geschrieben

Kohl habe als Kanzler von 1982 bis 1998 ein Stück deutsche und europäische Geschichte geschrieben, sagte Merkel. Kohl habe die deutsche Frage stets in den europäischen Kontext eingebettet. Die Teilung Deutschlands sei für ihn immer auch die Teilung Europas gewesen, so Merkel. Sie bekannte ebenfalls: "Europa ist unser Schicksal und unsere Zukunft."

Angesichts der Schuldenkrise nannte die Kanzlerin den Euro "weit mehr als eine Währung". Er stehe ökonomisch, politisch und symbolisch für die europäische Einheit. Sie zeigte sich überzeugt, dass Europa diese Prüfung bestehe. Auch heute trage Deutschland eine große Verantwortung für die EU. Es gelte, die Wirtschafts- und Währungsunion dauerhaft zu stabilisieren.

Bürger im Blick

Merkel lobte Kohls Mut und seinen Weitblick. Er habe stets den Sinn für das Machbare gehabt. Statt abstrakter Politik habe Kohl immer die konkreten Lebensumstände der Bürger vor Augen gehabt.

Er habe für solide Staatsfinanzen gestanden und wichtige Weichen für die Sozial- und Familienpolitik sowie für den Umweltschutz gestellt.

Merkel schilderte auch ihre erste Begegnung mit Kohl im damaligen Bundeskanzleramt in Bonn. Kohl habe sie gefragt, wie sie sich mit Frauen verstünde. Der Hintergrund, so Merkel, habe sich ihr erschlossen, als Kohl sie zur Bundesministerin für Frauen und Jugend in seinem ersten gesamtdeutschen Kabinett machte.

Wegbereiter des Euro

Neben Merkel würdigte auch der frühere EU-Kommissionspräsident Romano Prodi Kohl als großen Europäer. Kohl habe als Träumer und Akteur die europäische Einheit unumkehrbar gemacht, sagte Prodi.

Eingespielt wurden zudem Videobotschaften unter anderem des israelischen Präsidenten Shimon Peres, des früheren US-Präsidenten George Bush, des früheren britischen Premiers John Major und des luxemburgischen Ministerpräsidenten Jean Claude Junker. "Ohne Helmut Kohl gäbe es den Euro nicht", sagte Juncker.

Kohl dankte sichtlich bewegt allen, die aus dem In- und Ausland zu der Feier gekommen waren oder sich in Videos zur Wort meldeten. Er rief dazu auf, den Ausbau Europas fortzusetzen. Europa dürfe nie wieder in Krieg versinken, sagte Kohl. Er schloss seine kurze Dankesrede mit den Worten: "Es lebe unser Vaterland und Europa - machen wir uns auf den Weg."

Sonderbriefmarke überreicht

Bundeskanzlerin Angela Merkel überreichte dem Altkanzler eine neue Sonderbriefmarke mit seinem Porträt und der Aufschrift: "Kanzler der Einheit - Ehrenbürger Europas". Die 55-Cent-Marke erscheint in einer Auflage von fünf Millionen Stück und ist ab dem 11. Oktober erhältlich.

Freitag, 28. September 2012

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