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Hightech

Merkel eröffnet die Cebit

Die Informations- und Kommunikationstechnologien sieht Bundeskanzlerin Angela Merkel als wesentliche Treiber der Globalisierung und des Fortschritts. Sie stünden für jene Offenheit, die die modernen Märkte jetzt in mehrfacher Hinsicht bräuchten, sagte die Kanzlerin zur Eröffnung der weltgrößten Computermesse.

Merkel und Zapatero, links Branchenverbandspräsident Scheer Merkel und Zapatero (rechts) in Hannover Foto: REGIERUNGonline/Bergmann

So wie Menschen in vernetzten Communities müsse auch die internationale Wirtschaft das richtige Maß von Regeln und Freiheit finden, sagte Merkel. Freier Handel, durchlässige Grenzen und Fortschritt ohne Barrieren seien gut für die gesamte internationale Gemeinschaft – wenn zuvor vereinbarte Spielregeln eingehalten würden.

„Die Welt ist nach der Wirtschaftskrise nicht außer Gefahr", gab die Kanzlerin zu bedenken. Nach dem Krisenmanagement und den großen Konjunkturprogrammen müsse die internationale Gemeinschaft nun zu solider Finanzpolitik zurückzufinden – und damit zu neuer Stabilität.

Nur dann könnten die Märkte wieder Vertrauen in die Volkswirtschaften fassen, nicht zuletzt auch in die europäische Gemeinschaftswährung. „Der Euro hat uns als Leitwährung sicher durch die Krise gebracht", resümierte Merkel. Jetzt müssten die Euroländer zur vereinbarten Stabilitäts- und Wachstumspolitik zurückfinden.

Zuvor hatten die Kanzlerin und der spanische Ministerpräsident José Luis Rodriguez Zapatero versichert, die EU wolle den krisengeschüttelten Europartner Griechenland dabei unterstützen, den Märkten gemeinsam mit dem Internationalen Währungsfonds positive Signale zu geben.

"Alte" und "neue" Technologien vernetzen

Angela Merkel am Rednerpult Bild vergrößern Eröffnungsrede in Hannover Foto: REGIERUNGonline/Bergmann

„Klassische" Industrien und Branchen müssten jetzt schnell mit den digitalen Technologien zusammenwachsen, sagte Merkel in Hannover weiter.

Der Präsident des Branchenverbandes Bitkom, August-Wilhelm Scheer, forderte die verschiedenen Branchen dafür zu intensiverem Dialog und Austausch auf. Bei Geräten und Dienstleistungen vermischten sich die Branchen zusehends. So entstünden neue, ungeahnte Champions , prognostizierte der Professor für Wirtschaftsinformatik.

Damit das funktioniert, ist Know-how gefordert – für ein rohstoffarmes Land wie Deutschland besonders wichtig. Das Ziel der Bundesregierung, schon bald zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts in Bildung und Forschung zu lenken, trage dem Rechnung, erklärte die Kanzlerin: drei Prozent für Forschung, sieben für Bildung.

Vor allem die mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächer will der Bund stärker fördern. Merkel rief die Unternehmen erneut dazu auf, Uni-Abgängern dieser Fächer auch in der Krise Chancen zu geben.

Breitband bringt‘s

Während im Partnerland Spanien bereits 99 Prozent des Landes mit Breitbandverbindungen vernetzt ist, will Deutschland die flächendeckende Versorgung bis Ende des Jahres erreichen. „Wir haben da noch viel vor uns", bekannte die Kanzlerin angesichts einiger „blinder Flecken" auf der Landkarte im ländlichen Raum.

Am schnellen Internet führt allerdings kein Weg vorbei. Die Netze sorgten schließlich dafür, dass sich die Wirtschaft entwickle, so Merkel. Schon bis 2014 will die Bundesregierung deshalb superschnelles Internet in Dreiviertel des Landes verfügbar machen: bis zu 50.000 Kilobit pro Sekunde.

Die Cebit ist die weltweit größte Fachmesse für Informations- und Kommunikationstechnik. Sie findet seit 1986 jedes Jahr im März in Hannover statt. 4.157 Aussteller aus 68 Ländern bieten einen umfassenden Überblick über die Angebots- und Nachfragesituation der Branche auf dem Weltmarkt. Es werden mehrere Hunderttausend Besucherinnen und Besucher erwartet.

Leitthema der Messe sind in diesem Jahr "Connected Worlds", also die globale Vernetzung mit Hilfe des Internets. Das bisherige Fokus-Thema Green IT baut die Cebit weiter aus.

Partnerland ist in diesem Jahr Spanien. Das Land zählt zu den Top 5 der europäischen Hightech-Märkte und steht zudem für interessante Kooperationen mit den südamerikanischen Märkten.

Das Kürzel Cebit stand ursprünglich für Centrum der Büro- und Informationstechnik. Als solches war die Cebit seit 1970 Teil der jährlichen Hannover-Messe. 1986 wurde die Ausstellung zur eigenständigen Messe.

Montag, 1. März 2010

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