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Organspende

Neuregelung der Organspende

Der Bundestag hat sich erstmals mit der so genannten Entscheidungslösung der Organspende befasst. „Wir wollen keinen Zwang ausüben, aber wir wollen überzeugen, dass es sich lohnt und es wichtig ist, sich mit der Frage der Organspende auseinanderzusetzen,“ so Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr.

Ein Mann füllt einen Organspendeausweis aus. Ausweis für Lebensretter Foto: Bundesregierung/Hinkelmann

Bei der freiwilligen Entscheidungslösung soll jeder Erwachsene künftig brieflich über die Organspende informiert werden. Gefragt wird, ob man nach dem Tod bereit ist, Organe zu spenden. Die Frage kann bejaht, verneint oder auch nicht beantwortet werden. Auch ein Widerruf oder eine Änderung der Erklärung ist jederzeit möglich. Die Bürgerinnen und Bürger können auch erklären, nur bestimmte Organe spenden zu wollen.

„Die Krankenkassen werden den Grundsatz der Freiwilligkeit der Entscheidung eines jeden einzelnen Versicherten berücksichtigen. Dies schließt auch die Ergebnisoffenheit der Aufklärung mit ein und berücksichtigt auch Fragen beim Zusammentreffen von Organspendeerklärung und Patientenverfügung“, so der Bundesgesundheitsminister.

Mit der Entscheidungslösung kann sich künftig jeder regelmäßig und eigenverantwortlich mit der Frage der Spendebereitschaft befassen und die Entscheidung dokumentieren. Krankenkassen und private Krankenversicherungsunternehmen werden gesetzlich verpflichtet, ihren Versicherten Organspendeausweise zusammen mit der Gesundheitskarte oder mit der Beitragsmitteilung zuzusenden. Gleichzeitig werden die Versicherten aufgefordert, eine Erklärung abzugeben. In Zukunft soll es auch möglich sein, Erklärungen rechtssicher auf der Gesundheitskarte aufbringen und verändern zu können.

Änderung des Transplantationsgesetztes

In der Aussprache im deutschen Bundestag wurde zudem ein Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Änderung des Transplantationsgesetzes behandelt. Damit soll eine EU-Richtlinie in deutsches Recht umgesetzt werden. Krankenhäuser, die Organentnahmen vornehmen, sollen mindestens einen Transplantationsbeauftragten bestellen.

Außerdem sollen Lebendspender künftig besser abgesichert werden. Dazu sagte Minister Bahr: „Die Lebendspende ist heute Dank der medizinischen Möglichkeiten für alle, die dringend auf ein Organ warten, eine deutliche Verbesserung ihrer Lebensqualität. Mit jeder Lebendspende wird aber auch die Chance derjenigen größer, die auf die Spende warten. Deshalb müssen wir endlich Rechtsklarheit und eine verlässliche Absicherung des Lebendorganspenders sicherstellen.“

Tausende warten auf Spenderorgane

In Deutschland warten zur Zeit rund 12.000 Menschen auf ein Spenderorgan. Jeden Tag sterben drei Menschen, weil sie nicht rechtzeitig ein Spenderorgan bekommen. Vier von fünf Menschen stehen einer Organspende positiv gegenüber. Die wenigsten besitzen jedoch einen Organspendeausweis.

Derzeit gilt in Deutschland die „erweiterte Zustimmungslösung“. Für die Organentnahme ist die Einwilligung des Organspenders notwendig. Wenn eine Einwilligung nicht vorhanden ist, werden die nächsten Angehörigen befragt.

Die geplante Entscheidungslösung hingegen verpflichtet jeden Bürger, sich mit dem Thema auseinander zu setzen. Dieses Verfahren lässt ihm dabei aber volle Freiheit in der Entscheidung. Dadurch soll die Bereitschaft, ein Organ zu spenden, erhöht werden.„Wir setzen ein deutliches Signal für eine höhere Spendebereitschaft. Jeder Organspender ist ein Lebensretter. Organspende ist ein Akt der Nächstenliebe. Wir wollen alle dazu beitragen, dass dieser Akt der Nächstenliebe auch häufiger stattfindet und die Menschen sich dazu durchringen", betonte Bahr.

Donnerstag, 22. März 2012

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