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Rede von Bundeskanzlerin Angela Merkel anlässlich der Verleihung der Ehrendoktorwürde durch die Universität Tel Aviv

Redner:
Angela Merkel
Gehalten:
Dienstag, 1. Februar 2011

in Tel Aviv

Sehr geehrter Herr Präsident,

sehr geehrte Dekane, Angehörige und Förderer der Universität Tel Aviv,

verehrte Gäste,

liebe Studentinnen und Studenten,

ich freue mich sehr, heute aus besonderem Anlass wieder zu Gast in Tel Aviv und an der renommierten Universität Tel Aviv zu sein. Ich möchte mich ganz herzlich für die freundlichen Worte und den herzlichen Empfang bedanken. Dass ich heute die Ehrendoktorwürde der Universität Tel Aviv annehmen darf, stärkt natürlich meine Verbundenheit mit dem Staat Israel. Ich sehe diese besondere Auszeichnung als Bestätigung und vor allem als Ansporn an, die Beziehungen zwischen Deutschland und Israel nach Kräften zu festigen und in allen Bereichen weiterzuentwickeln.

Ich habe diese Ehrendoktorwürde nicht für meine wissenschaftlichen Tätigkeiten erhalten, an denen ich mich früher in der Tat auch erfreut habe – ich habe unter denen, die hier vorne auf dem Podium sitzen, schon nachbarschaftliche Wissenschaftsbereiche ausgemacht –, sondern ich erhalte diese Ehrendoktorwürde für meine Arbeit als Politikerin. Trotzdem ist es sehr schön, an einer Universität zu sein, von der man weiß, dass, wie es hier heißt, die „exakten Wissenschaften“ ein gutes Zuhause haben. Bei aller Freude an Politik schlägt mein Herz nach wie vor für das, was Sie hier unter „exakten Wissenschaften“ subsumieren.

Ich danke Ihnen von Herzen vor allen Dingen dafür, dass Sie mir diese Ehrendoktorwürde zuteil werden lassen, weil es in der Tat die Wissenschaften sind, die in den Beziehungen unserer beiden Länder einen ganz besonderen Platz einnehmen, und zwar seit vielen Jahren. Bereits vor mehr als 50 Jahren haben Wissenschaftler den Grundstein für die Annäherung zwischen den damals noch sehr jungen Staaten Israel und Bundesrepublik Deutschland gelegt. Den Beitrag von Wissenschaftlern als Wegbereiter für die Aufnahme offizieller Beziehungen sowie zur Annäherung unserer beiden Länder können wir gar nicht hoch genug schätzen. – Gestern hat bei unseren deutsch-israelischen Regierungskonsultationen das Thema wissenschaftliche Zusammenarbeit und Zusammenarbeit im Bereich der Forschung auch wieder einen großen Raum eingenommen.

Dass sich unsere beiden Staaten überhaupt annähern konnten, war alles andere als selbstverständlich. Ganz und gar nicht selbstverständlich war auch, dass später daraus eine Freundschaft zwischen Israel und Deutschland möglich wurde. Denn das von Deutschen begangene menschenverachtende Verbrechen der Shoah, der Mord an sechs Millionen Juden, fügte dem jüdischen Volk unermessliches Leid zu. Dieser unfassbare Bruch der Zivilisation trat die jüdische Kultur und Tradition mit Füßen. Er löschte unzählige Familien aus. Er zerriss unsere gemeinsame Geschichte in Deutschland und Europa. Deutschland ist sich – das sage ich hier und heute auch als Bundeskanzlerin – seiner immerwährenden Verantwortung für das dunkelste Kapitel seiner Geschichte bewusst. Deutschland ist sich dieser immerwährenden Verantwortung bewusst, weil nur in der Annahme dieser Verantwortung das Fundament liegt, um Zukunft wirklich gestalten zu können.

Dass wir dies niemals vergessen, ist heute umso wichtiger, als die Stimme der Überlebenden immer schwächer wird. Denn die Generation derer, die persönlich unsägliches Leid erfahren haben, wird bald nicht mehr unter uns sein. Deshalb ist es jetzt an meiner Generation, in Deutschland dafür Sorge zu tragen, das Bewusstsein der Verantwortung Deutschlands an die kommenden Generationen weiterzugeben. Genau das hat auch Bundespräsident Christian Wulff zum Ausdruck gebracht, als er zu seinem ersten Besuch nach Israel gemeinsam mit seiner Tochter gekommen ist.

Die immerwährende Verantwortung verpflichtet die deutsche Politik in mehrfacher Hinsicht. Erstens: Wo immer auf der Welt Rassismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit einen Nährboden finden, wo immer ein Staat solcher Menschenverachtung Raum gibt, tritt Deutschland dem entschieden entgegen. Zweitens: Das Eintreten für die des Staates Israel als einem jüdischen, demokratischen Staat ist Teil der Staatsräson Deutschlands. Drittens: Deutschland und Israel sind durch gemeinsame demokratische Werte und Interessen – sowohl politische als auch ökonomische – verbunden. So gestalten wir unsere Zukunft als verlässliche Partner und gute Freunde.

Meine Damen und Herren, auch wenn ich die Vielfalt der deutsch-israelischen Beziehungen in den Mittelpunkt dieser Feierstunde rücken möchte, so kann ich damit nicht beginnen, ohne zunächst einen Blick auf die aktuelle Lage zu werfen. Schauen wir zuerst nach Tunesien. Dort scheint sich die Chance auf einen politischen Neuanfang zu bieten. Das tunesische Volk hat sich in seinem Drang nach Freiheit und Demokratie nicht beugen lassen, weil sich auf Dauer kein Volk in seiner Sehnsucht nach Freiheit und Demokratie beugen lässt.

Natürlich blicken wir heute in dieser Stunde auch nach Ägypten. Ich hoffe sehr, dass bei den aktuellen Protesten und den heutigen Demonstrationen in den Städten Ägyptens auf jegliche Gewaltanwendung verzichtet wird. Ich hoffe sehr, dass Demonstrations- und Informationsfreiheit gewährt werden, um einen friedlichen Reformprozess zu ermöglichen. Genau darum muss es gehen – um einen friedlichen Reformprozess statt Chaos und Gewalt. Wir dürfen nicht vergessen: Ägypten ist der arabische Nachbar, mit dem Israel die längste Friedenszeit verbindet – eine Zeit des Friedens und der Sicherheit, die auch in Zukunft fortdauern möge. Das ist mein Wunsch.

Die Entwicklung im Libanon ist – in einem Wort – besorgniserregend. Es muss deshalb alles darangesetzt werden, dass der Libanon nicht wieder in eine unwägbare Phase der innenpolitischen Krise zurückfällt. Die Folgen wären sehr, sehr schwer kalkulierbar – dies erst recht in einer Situation, in der der Iran Frieden und in Israel und im gesamten Nahen Osten durch seine aggressive Politik gefährdet. Wenn sich der Iran Verhandlungen über sein Nuklearprogramm weiterhin verschließt, sind wir entschlossen, den Weg von Sanktionen weiterzugehen. Schärfere Sanktionen wären dann unumgänglich.

Ich bin angesichts der jüngsten Entwicklungen überzeugt: Auch der Nahost-Konflikt kann und darf nicht ungelöst bleiben. Anders gesagt: Die Wiederaufnahme der Verhandlungen duldet keinen Aufschub. Der jetzige Stillstand hilft niemandem. Aber klar ist auch: Eine tragfähige Lösung erfordert politische Entschlossenheit, sie erfordert schmerzhafte Kompromisse, und zwar auf beiden Seiten. Das Ziel müssen zwei Staaten sein: ein demokratischer, jüdischer Staat Israel Seite an Seite mit einem lebensfähigen palästinensischen Staat. Wo immer Deutschland und Europa zusammen mit den USA diesen Prozess unterstützen können, werden wir das tun.

Meine Damen und Herren, der Nahost-Friedensprozess sind wie auch die gesamte aktuelle Sicherheitslage natürlich wichtige Themen, die auch in meinen gestrigen Gesprächen mit Ministerpräsident Netanyahu eine herausragende Rolle gespielt haben. Aber im Mittelpunkt meines Besuchs standen die dritten deutsch-israelischen Regierungskonsultationen und damit die weitere Gestaltung unserer deutsch-israelischen Beziehungen. Diese Beziehungen sind einzigartig, sie sind, wie ich schon sagte, gestützt auf gemeinsame Werte. Sie sollen deshalb auch im Mittelpunkt dieser Feierstunde stehen.

Wir konnten und wir können bei der Gestaltung der deutsch-israelischen Beziehungen auf das Wirken vieler couragierter Menschen im Laufe der Jahrzehnte aufbauen – auf Menschen, die nach den Schrecken der Shoah die Kraft zum Neuanfang hatten. Zu ihnen zählten auch die deutschsprachigen jüdischen Einwanderer. Ihre Kenntnis der deutschen Sprache und Kultur machte sie zu wichtigen Brückenbauern zwischen unseren beiden Ländern. Nicht zuletzt sie wurden wichtige Fürsprecher für uns Deutsche hier in Israel. Sie bauten Wissenschaftskontakte und Jugendaustausch auf, noch ehe es offizielle Beziehungen zwischen unseren Staaten gab. Am Anfang war das, wie gesagt, alles andere als selbstverständlich. Heute ist das starke Fundament, auf dem wir aufbauen können, besonders auch diesen Menschen zu verdanken.

Denken wir nur an die Freiwilligendienste. Heute Morgen habe ich in Jerusalem junge deutsche und israelische Freiwillige getroffen, die im Rahmen der „Aktion Sühnezeichen Friedensdienste“ ihren Dienst in Israel bzw. Deutschland leisten. Besonders wichtig war mir dabei auch die Begegnung mit zwei Überlebenden der Shoah. Sie haben mir berichtet, welche Bedeutung die menschlichen Kontakte, die aus der „Aktion Sühnezeichen“ entstanden, für ihr persönliches Leben erlangten – vor allem dafür, zu lernen, mit dem Trauma der Vergangenheit überhaupt zu leben.

Es stimmt mich hoffnungsfroh, wenn ich höre, dass über 1.500 Freiwillige seit Gründung der Aktion im Jahr 1961 an Projekten teilgenommen haben. Die Erzählungen der jungen Menschen heute – seien es Deutsche oder Israelis – waren sehr, sehr bewegend. Sie haben erlebt, dass ältere Menschen gelernt haben, über schreckliche Ereignisse sprechen zu können. Junge deutsche Menschen wurden hier mit Freude empfangen, genauso wie junge israelische Menschen in Deutschland. Dadurch, also vor allen Dingen durch menschliche Begegnungen, entstehen starke und belastbare Beziehungen. Ich freue mich sehr, dass es seit nunmehr zehn Jahren möglich ist, dass israelische Jugendliche nach Deutschland kommen. Seit 50 Jahren kommen Deutsche nach Israel und seit zehn Jahren kommen israelische Jugendliche nach Deutschland.

Wir dürfen nicht nachlassen, junge Generationen immer wieder aufs Neue zu Begegnungen und gemeinsamen Aktivitäten zu ermuntern – natürlich vor allem dann, wenn es um längere Projekte geht, bei denen man sich kennenlernen kann, bei denen man miteinander arbeiten kann und im gemeinsamen Erleben Freundschaften schließt. Nichts, davon bin ich zutiefst überzeugt, kann den persönlichen Kontakt ersetzen – sei es im Rahmen von Wissenschaft, Kultur oder Jugendbegegnung. Die Politik ist deshalb gefordert, dafür vernünftige Rahmenbedingungen zu schaffen. Deshalb war Politik für die Jugend gestern auch ein herausragender Punkt unserer deutsch-israelischen Regierungskonsultationen.

Der Jugendaustausch zwischen unseren beiden Ländern ist in den letzten Jahren erfreulicherweise kontinuierlich gewachsen: 2010 haben sich rund 9.000 Jugendliche beider Länder an Austauschprogrammen beteiligt. Wir haben gestern eine gemeinsame Erklärung unterzeichnet, in der wir noch einmal bekräftigt haben, dass wir den Austausch von jungen Leuten weiter intensivieren wollen. Neue Impulse beziehen unsere Beziehungen auch aus dem deutsch-israelischen Zukunftsforum. Das ist eine gemeinsame Stiftung unserer beiden Länder. Das Zukunftsforum hat sich den Aufbau eines neuen Netzwerks zum Ziel gesetzt. Dabei geht es um die Einbindung junger Menschen in gemeinsame Projekte.

Meine Damen und Herren, eine tragende Säule der Beziehungen zwischen Israel und Deutschland sind und bleiben Wissenschaft und Forschung. Auf dem Weg in die Wissensgesellschaft bietet sich eine enge Partnerschaft unserer beiden Länder geradezu an, und zwar auch deshalb, weil Israel nach internationalem Maßstab überdurchschnittlich in Wissenschaft und Forschung investiert und international auf diesem Gebiet einen herausragenden Ruf genießt.

Forscherinnen und Forscher aus beiden Ländern stellen sich gemeinsam den drängenden Fragen unserer Zeit. Bei meinem letzten Israel-Aufenthalt hatte ich die Möglichkeit, mich auch im Weizmann-Institut davon zu überzeugen. Unsere Forscherinnen und Forscher suchen nach neuen Therapien für Krankheiten wie Krebs oder Alzheimer oder entwickeln neue Technologien zum Schutz unserer Umwelt. Sie arbeiten im gesamten Bereich der Grundlagenforschung. Ich glaube, dass gerade die Erweiterung der Beziehungen in Richtung der Geisteswissenschaften noch einmal eine sehr, sehr wichtige Ergänzung ist. Ihr Wissenschaftsminister ist ein Mathematiker, unsere Ministerin ist eine studierte Theologin der katholischen Theologie. Insofern ist das eine gute Kombination von Natur- und Geisteswissenschaften.

Meine Damen und Herren, die deutsch-israelische Zusammenarbeit ist gerade in konkreten Projekten sehr erfolgreich. Es gibt deutsch-israelische Wasserprojekte, die wir gemeinsam in Afrika zu einer trilateralen Zusammenarbeit ausgebaut haben. Wir wissen alle, dass Israel bahnbrechende Erkenntnisse im Management von Wasser, im Einsparen von Wasserressourcen hat. Wenn man sich einmal überlegt, was man mit dieser Technologie für Afrika Gutes tun kann, dann weiß man, dass unsere Projekte in Äthiopien, in Ghana und Kenia bestenfalls ein Anfang sind. Diese sollen aus meiner Sicht erweitert werden.

Kooperationen zwischen deutschen und israelischen Hochschulen sind überaus lebendig und aktiv. Es gibt über 100 solcher Kooperationen. Die eigens gegründete Minerva-Stiftung der Max-Planck-Gesellschaft unterhält allein 30 Minerva-Forschungszentren an israelischen Universitäten, darunter vier an Ihrer Universität. Ich habe mir aus vielen Erzählungen von Bekannten und Freunden davon berichten lassen, wie intensiv, wie umfassend und auch selbstverständlich der Austausch in diesen Bereichen ist.

Dass gerade unsere Wissenschaftskooperation so gut funktioniert, ist im 21. Jahrhundert von allergrößter Bedeutung. Denn Bildung und Forschung sind und bleiben der Schlüssel für wirtschaftlichen Wohlstand. Dies gilt im Übrigen nicht nur für unsere beiden Länder, sondern es gilt auch für die ganze Region hier. Ich habe gerade mit dem israelischen Präsidenten Shimon Peres darüber gesprochen. Bildung, Forschung und Wissenschaft bedeuten letztlich den Zugang zu freiem Denken und damit auch zu Demokratie.

Wohlstand entsteht auch aus Forschungsergebnissen, aus Weiterentwicklung, aus Kreativität und aus Innovationskraft. Ich sehe sehr, sehr gute Chancen für enge deutsch-israelische Kooperationen bei der Entwicklung neuer Technologien. Zum ersten Mal haben wir mit unseren Wirtschaftsministern deutsch-israelische Innovationstage durchgeführt. Aus neu geknüpften Kontakten zwischen Unternehmen können sich neue Partnerschaften mit technologischen Kompetenzen bilden und wirtschaftliche Erfolge entwickeln. Die Überführung von Grundlagenforschung in angewandte Forschung und praktische Produkte ist eine Kette, die wir immer wieder ins Auge fassen müssen. Ich will hier als beeindruckende Beispiele für israelische Stärken nur die Biotechnologie, die Informations- und Kommunikationstechnologien sowie für die deutsche Seite die Energie- und Umwelttechnologien nennen.

Die Universität Tel Aviv ist mit Deutschland durch zahlreiche Partnerschaften und Projekt-Kooperationen auf das Engste verbunden. Unter anderem gibt es seit 2007 den „Marcel-Reich-Ranicki-Lehrstuhl“ für deutsche Literatur. Ich möchte an dieser Stelle der deutschen Freundschaftsgesellschaft der Universität, die den Lehrstuhl gestiftet hat, ganz herzlich danken. Dieser Lehrstuhl legt Zeugnis vom unermesslichen Reichtum jüdischer Kunst und Literatur ab.

Damit bin ich bei einem Gebiet, das auch an Bedeutung gewinnt, nämlich beim kulturellen Austausch. Eine wachsende Zahl junger Stipendiaten, Studenten, Wissenschaftler und Künstler bringt uns auch hierbei einander näher. Zwischen Berlin und Tel Aviv ist eine vielseitige Kulturszene entstanden. Besonders eng verbunden sind die Kunst- und Musikszenen der beiden Städte.

Es erfüllt mich mit großer Freude, dass die Zahl israelischer Touristen nach Berlin in den letzten Jahren stetig gestiegen ist. Das ist uns seitens deutscher Fluggesellschaften heute Morgen in einem Wirtschaftsgespräch noch einmal gesagt worden. Von einem Tourismus in nur eine Richtung kann allerdings keine Rede sein, denn die Zahl deutscher Touristen in Israel hat sich seit 2006 nahezu verdoppelt. Tel Aviv ist auch ein ausgesprochen attraktiver Ort. Natürlich hält auch und besonders die jüdische Gemeinde in Deutschland enge Verbindungen zu Israel. Familienbande und Freundschaften sorgen für einen regen Reiseverkehr über das Mittelmeer.

Meine Damen und Herren, sehr geehrter Herr Präsident, wenn wir all diese Entwicklungen betrachten, dann sehen wir: Die deutsch-israelischen Beziehungen umfassen viel mehr als das Thema Nahost-Friedensprozess. Es ist selbstverständlich, dass er oft im Mittelpunkt unserer Betrachtungen steht. Aber mir ist es sehr, sehr wichtig – ich bedanke mich auch deshalb für diese Ehrendoktorwürde ganz besonders –, dass Sie auch auf den breiten Austausch in allen Bereichen zwischen unseren Ländern den Fokus legen.

Die deutsch-israelischen Beziehungen sind weit mehr, weil sie auf gemeinsamen Werten und Interessen gegründet sind. Wir sind Partner vor allen Dingen in der Gestaltung der Globalisierung, und zwar im Sinne unserer gemeinsam vertretenen Werte. Unsere Beziehungen sind lebendig, es gibt vielfältige Initiativen. In der Kombination unserer geschichtlichen Verantwortung und der heutigen Lebendigkeit unserer Beziehungen sind die deutsch-israelischen Beziehungen einzigartig.

Deshalb möchte ich Ihnen sagen: Die Annahme dieser Ehrendoktorwürde verbinde ich mit einer Hoffnung und einem Versprechen.

Ich verbinde sie mit der Hoffnung, dass die Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern noch weiter gefestigt werden und unverbrüchlich sein mögen. Dazu möchte ich meinen Teil beitragen. Ich möchte auch all denen danken, die jeden Tag ihren Beitrag dazu leisten.

Ich verbinde sie mit dem Versprechen, dass dies stets im Bewusstsein der immerwährenden deutschen Verantwortung für die Schrecken der Vergangenheit geschehen wird, weil wir uns gewiss sind, dass wir nur so Zukunft gut gestalten können.

Noch einmal herzlichen Dank für die Ehrung. Es wird mein Interesse an der Universität Tel Aviv und an Ihren Erfolgen sehr stärken. Es war sehr interessant, dass mir Professor Klafter eben zeigen konnte, dass wir an einem Ort, wo man es gar nicht vermutet hätte, gemeinsam erwähnt sind. Ich bin nämlich auch Ehrendoktorin der Universität Wrocław. Professor Klafter ist dies auch. Das heißt, wir haben jetzt sogar eine richtige Dreiecksbeziehung.

Herzlichen Dank und Ihnen allen alles Gute.

Dienstag, 1. Februar 2011

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