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Integrationsbeauftragte

Mittwoch, 30. November 2011

Pressemitteilung:
440
Ausgabejahr:
2011

Staatsministerin Böhmer verleiht acht Integrationsmedaillen - „Das ehrenamtliche Engagement stärkt das Vertrauen zwischen Migranten und Einheimischen und fördert das ‚Wir-Gefühl‘ in unserem Land“

Staatsministerin Maria Böhmer hat heute acht Bürgerinnen und Bürger für ihr herausragendes persönliches Engagement für ein gutes Miteinander in Deutschland ausgezeichnet. Bei einer Feierstunde im Bundeskanzleramt überreichte Böhmer jeweils eine Integrationsmedaille.

„Die Botschaft meiner Initiative lautet: Jeder Einzelne in unserem Land kann seinen Beitrag für ein gutes Zusammenleben leisten. Die Empfänger der Integrationsmedaillen sind mit ihrem vielfältigen Wirken wichtige Vorbilder und Brückenbauer. Mit ihrem großartigen Einsatz stärken sie das Vertrauen zwischen Migranten und Einheimischen sowie den Zusammenhalt in unserem Land. Wie wertvoll das Engagement ist, wird gerade in diesen Tagen deutlich. Das Vertrauen zahlreicher Migranten in unseren Rechtsstaat ist erschüttert. Viele sind verunsichert, ob sie nach Bekanntwerden der rechtsextremistischen Mordserie in Deutschland wirklich willkommen sind. Der Einsatz der Medaillenträger macht Mut und setzt das wichtige Zeichen: Deutschland ist Heimat für alle, unabhängig von der Herkunft. Heimat für alle, die hier leben“, betonte die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung.

„Ehrenamtliches Engagement aus der Mitte der Gesellschaft ist für das Gelingen von Integration unverzichtbar. Unser Land braucht Freiwillige, die sich mit ganzer Kraft vor Ort für ein gutes Zusammenleben einsetzen. Die Empfänger der Integrationsmedaillen fördern das ‚Wir-Gefühl‘ in unserem Land“, erklärte Böhmer.

Die Staatsministerin hatte die Fraktionen des Deutschen Bundestages um Vorschläge zu Personen gebeten, die sich in besonderer Weise für die Integration einsetzen. Aus diesen Vorschlägen wurden acht Preisträger ausgewählt. Kriterium für die Vergabe der Medaille ist, dass das Engagement für Integration modellhaft und nachhaltig ist. Staatsministerin Böhmer überreichte jeweils eine Integrationsmedaille und eine Urkunde an folgende Personen:

- Frau Sidar Aydinlik-Demirdögen aus Frankfurt/ Main, türkische Wurzeln

Seit der Schulzeit ehrenamtlich im Integrationsbereich tätig. Zunächst Einsatz für Jugendliche, nunmehr für Mädchen und Frauen mit Migrationshintergrund. Unter anderem seit 2005 ehrenamtliche Vorsitzende des Vereins „Bundesverband der Migrantinnen in Deutschland“. Ziel des Vereins ist die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen unterschiedlicher Herkunft.

- Frau Gloria Boateng aus Hamburg, geboren in Ghana

2008 als Studentin den Verein „SchlauFox“ gegründet, der komplett ehrenamtlich betrieben wird. Es konnten viele ehrenamtliche Mitstreiter gewonnen und ein breites Netzwerk aufgebaut werden. Unterstützung von jungen Migranten, die eine schlechte Schulprognose haben. Viele Jugendliche, die als hoffnungslose Fälle galten, haben mit Hilfe von „SchlauFox“ einen Schulabschluss erreicht.

- Frau Lamya Kaddor aus Duisburg, syrische Wurzeln

Beruflicher und ehrenamtlicher Einsatz für eine der freiheitlich demokratischen Grundordnung angemessenen Ausübung des Islam in Deutschland. U.a. Herausgeberin von Sach- und Schulbüchern. Als Lehrerin unterrichtet sie in einer Hauptschule in Dinslaken Islamkunde in deutscher Sprache. Ehrenamtliche Mitgliedschaft in zahlreichen Dialogkreisen und Foren. Ziel ist die Vernetzung liberaler und vereinsunabhängiger Muslime.

- Herr Oguzhan Oguz aus Koblenz, geboren in der Türkei

Ehrenamtliches Engagement im interreligiösen und interkulturellen Dialog. Unter anderem Organisation von Veranstaltungen für Juden, Muslime und Spätaussiedler (Besuche von Gotteshäusern, Podiumsdiskussionen) sowie Moschee- und Kirchenbesuchen für Schulklassen. Das gegenseitige Kennenlernen hat zum Abbau von Vorurteilen geführt. Darüber hinaus ehrenamtliche Tätigkeit als Justizhelfer (Deutschunterricht für Inhaftierte mit Migrationshintergrund).

- Frau Amal Samhat aus Berlin, geboren im Libanon

Aufgrund eigener Geschichte Motivation zum ehrenamtlichen Engagement in ihrem Kiez in Spandau. Leitende Mitarbeit bei vielen Projekten - das wichtigste davon ist „Stark ohne Gewalt“. Ziel ist es, junge Migranten zum Verzicht auf Gewalt zu bewegen. Das Projekt ist auch deshalb erfolgreich, weil Frau Samhat in ihrem Kiez geschätzt wird und die Jugendlichen erreicht.

- Herr Ümit Sormaz aus Nürnberg, geboren in der Türkei

Gründung und Leitung des Bildungsunternehmens „Intelligenzknoten“, das insbesondere Jugendliche mit Migrationshintergrund als Zielgruppe hat. Sehr erfolgreiches soziales Unternehmen. Darüber hinaus ehrenamtliches politisches Engagement im Integrationsbereich, unter anderem Organisation von interkulturellen Treffen.

 

- Herr Michael Stenger aus München, geboren in Deutschland

Leitung der Schule „SchlaU“ („Schulanaloger Unterricht für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge“). Traumatisierte elternlose Flüchtlinge erhalten umfassende Unterstützung, um in weiterführenden Schulen, in der Ausbildung und auf dem Arbeitsmarkt bestehen zu können. Fast alle Flüchtlinge sind hierbei erfolgreich. Darüber hinaus ehrenamtliches Engagement für Flüchtlinge, unter anderem durch die Gründung von Vereinen.

- Herr Dr. Andreas Wojcik aus Troisdorf (NRW), geboren in Polen

Langjähriges ehrenamtlicher Einsatz für Migranten, beispielsweise durch die Gründung von Netzwerken und Vereinen, durch die Tätigkeit als Streetworker und die Mitarbeit an zahlreichen Projekten. Errichtung eines Bildungswerkes für die sprachliche und berufliche Qualifizierung von Migranten. Engagement in dem von der Bertelsmann-Stiftung ins Leben gerufenen Forum „Brückenbauer“.

Ausführliche Informationen zu allen Preisträgern finden Sie unter http://www.integrationsbeauftragte.de/

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