Navigation und Service

Inhalt

Arbeitsmarkt

Verbesserte Eingliederungschancen beschlossen

Arbeitsuchende sollen schneller wieder in Arbeit kommen. Das strebt die Bundesregierung mit dem Gesetz für verbesserte Eingliederungschancen an. Der vom Vermittlungsausschuss nachgebesserte Entwurf hat den Bundestag und den Bundesrat passiert.

Auszubildende zum Fluggerätmechaniker warten ein Fluggerät Besonders wichtig: Vermittlung junger Arbeitnehmer Foto: Burkhard Peter

Damit Arbeitsuchende schneller wieder eine Arbeitsstelle bekommen, verbessert die Bundesregierung die Instrumente:

  • Die Einstiegsqualifizierung für Jugendliche (EQJ) bleibt erhalten. Die Berufseinstiegsbegleitung ist künftig an allen allgemeinbildenden Schulen möglich. Voraussetzung ist eine finanzielle Beteiligung Dritter.
  • Der Vermittlungsgutschein für die Beauftragung privater Arbeitsvermittler wird ein Teil des Instruments zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung. Für Arbeitslosengeld-I-Empfänger bleibt der Rechtsanspruch darauf bestehen. Für andere Arbeitsuchende wird es eine Ermessensleistung. Künftig können aber auch Nichtleistungsempfänger die Förderung erhalten.
  • Bildungsträgern soll es möglich sein, auch arbeitsferne Personengruppen, die etwa Schwierigkeiten haben, mit dem Bildungsgutschein umzugehen, gezielt weiterzubilden.
  • Die Förderdauer für ältere Beschäftigte von bis zu 36 Monaten bleibt für weitere drei Jahre erhalten.
  • Der Gründungszuschuss ist künftig eine Ermessensleistung. Für eine Förderung ist künftig eine Restanspruchsdauer auf Arbeitslosengeld von 150 Tagen erforderlich. Die Bundesregierung wird die Umsetzung des Gründungszuschussess in den kommenden Jahren beobachten und darüber Bundestag und Bundesrat im Frühjahr 2015 berichten. 
  • Darüber hinaus ordnet die Bundesregierung die öffentlich geförderte Beschäftigung neu. Ziel ist es, schwer vermittelbare Langzeitarbeitslose erwerbsfähig zu halten und so ihre gesellschaftliche Teilhabe zu verbessern. Ungeförderte Beschäftigung hat jedoch stets Vorrang.
  • Die Bundesregierung sagt den Ländern zu, dass Jugendliche mit mehrfachen Vermittlungshemmnissen die Bildung erhalten können, die sie passgenauer auf einen Beruf vorbereiten. Die Bundesagentur für Arbeit erhält den Auftrag, dafür das Fachkonzept zeitnah anzupassen.

Mit der Neuausrichtung verringert die Bundesregierung zudem die Anzahl der Instrumente um ein Viertel. So werden künftig beispielsweise alle Eingliederungszuschüsse in einem Instrument gebündelt. Das schafft mehr Übersichtlichkeit. Sie verschärft die Anforderungen für bestimmte Leistungen, um vor allem Mitnahmeeffekte möglichst auszuschließen. Betreuerinnen und Betreuer in den Arbeitsagenturen und Jobcentern erhalten mehr Entscheidungsfreiheit darüber, welche Förderung sie einem Arbeitsuchenden anbieten. So können sie passgenauer vorgehen.

Immer wichtiger: Qualifikation

Unternehmen suchen vielfach Arbeitskräfte. Trotzdem finden zeitgleich viele Arbeitsuchende keine Arbeit. Viele Arbeitsplätze bleiben sogar unbesetzt. Eine Ursache: Bei den Arbeitsuchenden fehlt die nachgefragte Qualifikation.

Betreuerinnen und Betreuer in der Arbeitsagentur oder im Jobcenter müssen Arbeitsuchende nachhaltiger vermitteln können. Die Neuausrichtung soll ihnen dabei helfen zu erkennen, was genau ein Arbeitsuchender an Qualifikationen mitbringt und was er noch benötigt.

Letzteres gilt gerade auch für diejenigen, die einen Ausbildungsplatz suchen. Denn sie haben noch ein ganzes Erwerbsleben vor sich. Das will also gut durchdacht sein, um nicht zuletzt das Risiko beziehungsweise die Dauer der Arbeitslosigkeit möglichst gering zu halten.

Die Erfahrung zeigt: Arbeitsmarktpolitische Instrumente sind nicht um so erfolgreicher, je mehr Geld der Staat dafür ausgibt. Wenn immer weniger Menschen im erwerbsfähigen Alter sein werden, ist es vielmehr wichtig, die arbeitsmarktpolitischen Instrumente daraufhin anzupassen. Nur so gelingt es, unter den veränderten Bedingungen Arbeitsuchende passgenau und rasch in Beschäftigung zu bekommen.  

Freitag, 25. November 2011

Seitenübersicht

Beiträge