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Zella-Mehlis: EFRE fördert Gewerbegebiet 

Das Städtchen Zella-Mehlis ist zu einem der wichtigsten Wirtschaftsstandorte im Landkreis Schmalkalden-Meiningen geworden. Dazu beigetragen haben Mittel aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE).

Logo: Europäische Fonds für regionale Entwicklung Logo: Europäische Fonds für regionale Entwicklung Foto: EFRE

Das Städtchen liegt beschaulich am Südhang des Thüringer Waldes. Mit seinen fast 12.000 Einwohnern ist das Stadtbild geprägt von Fachwerkhäusern, grünen Wiesen und den umliegenden Bergen. Doch Zella-Mehlis hat dank EFRE viel mehr zu bieten als eine idyllische Landschaft und ein hervorragendes Skigebiet.

Ein neuer Industriestandort entsteht

Die Idee für den Bau des Industrie- und Gewerbegebiets Ost ist Mitte der neunziger Jahre entstanden. Wegen des hohen Stellenabbaus nach 1990 entschied sich die Stadt, den Altstandort zahlreicher ehemaliger DDR-Betriebe zu modernisieren und zu vergrößern. Die Lage an der neu gebauten Autobahn A71 und die vergleichsweise flache Umgebung im hügeligen Zella-Mehlis machten den Standort besonders günstig für den Ausbau. Daraufhin entstand in fünf Bauabschnitten das Gewerbegebiet. „Vorrangig war nur die Erschließung des Altstandorts in drei Bauabschnitten geplant, doch aufgrund der großen Nachfrage der Unternehmen haben Verwaltung und Stadtrat entschieden, zwei zusätzliche Bauabschnitte zu erschließen“, sagt Andrea Voigt von der Stadtverwaltung Zella-Mehlis.

EFRE fördert Ausbau des Gewerbegebietes

Der Bau des letzten Teils des Gewerbegebiets wurde zur Hälfte vom Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) mit 900.000 Euro finanziert. „Ohne die Förderung wäre die Erschließung nicht möglich gewesen. Die städtischen Eigenmittel hätten dafür nicht ausgereicht“, erklärt Voigt. Dank der finanziellen Unterstützung durch EFRE und andere Fonds konnte das Projekt zügig fertig gestellt werden und sich weitere Unternehmen ansiedeln.

Auf diese Weise entstanden im Gewerbegebiet Ost über 2.000 neue Arbeitsplätze und 150 Ausbildungsplätze. Viele der insgesamt 2.500 Beschäftigten sind Pendler aus der Region, die täglich für ihre Arbeit nach Zella-Mehlis kommen.

Bilde von Zella-Mehlis in Thüringen Bild vergrößern Gewerbegebiet Zella-Mehlis als Wirtschaftsmotor der Region Foto: Stadt Zella-Mehlis

Auf dem rund 120 Hektar großen Gewerbegebiet sind mittlerweile über 200 Unternehmen ansässig, die meisten von ihnen im produzierenden Bereich. Eines der größten Unternehmen ist Böhm Fertigungstechnik. Der Betrieb mit 170 Mitarbeitern ist in den Bereichen Maschinenbau und Elektronik tätig. Neben dem Hauptsitz in Zella-Mehlis gehört noch ein Tochterunternehmen in der Slowakei zu dem Unternehmen.

Die gute Infrastruktur aber auch die vielen qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Zella-Mehlis verschaffen Böhm Fertigungstechnik einen enormen Standortvorteil, sagt Eberhard Bahner, der Vertriebsleiter des Unternehmens. „Böhm hat quasi seinen eigenen Autobahnanschluss. Das ist günstig für uns und unsere Kunden“.

Deutschland erhält von 2007 bis 2013 rund 26 Milliarden Euro zur Strukturförderung und ist damit das viertgrößte Empfängerland in der EU. EFRE-Fördergelder gibt es für Firmenansiedlungen, neue Forschungszentren, Tourismus- und Umweltschutzprojekte, die ländliche Entwicklung, bessere Bahnlinien und Straßen sowie die Renovierung von Kindergärten und Schulen.
Die Förderung unterliegt dem Prinzip der Kofinanzierung, das heißt die EU-Gelder sind mit Bundes-, Landes-, kommunalen oder sonstigen öffentlichen Mitteln gegen zu finanzieren.
Im Zeitraum 2007 bis 2013 investiert die EU insgesamt 347 Milliarden Euro in Europas Regionen. Die Bestimmungen für die Förderperiode 2014 bis 2020 werden derzeit erarbeitet und sollen Ende 2012 verabschiedet werden.

Eine Million Euro für Unternehmer

Ein besonderer Fokus des Unternehmens liegt auf der Ausbildung. Jedes Jahr stellt Böhm Fertigungstechnik 20 Auszubildende ein, die in der Regel mit unbefristeten Verträgen übernommen werden. Folglich steigt die Anzahl der Mitarbeiter stetig und junge Menschen aus der Gegend um Zella-Mehlis können für ihre Ausbildung in der Heimat bleiben.

Der Grund für die wachsende Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist der steigende Umsatz der Elektronikfirma durch die Entwicklung neuer Produkte. Doch diese können laut Eberhard Bahner in einem mittelständischen Unternehmen wie Böhm nur mit finanzieller Hilfe verwirklicht werden: „Ein Betrieb wie unserer hat nicht genug Kapital, um umfangreiche Projektentwicklungen zu realisieren.“ Eine ideale Förderungsmöglichkeit war daher der EFRE. Fast eine halbe Million Euro erhielt Böhm Fertigungstechnik im Jahr 2010 aus dem EU-Fonds. „Dank des Geldes aus dem EFRE konnten wir unsere Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen“, bekräftigt Bahner.

Ein Beispiel für die Region

Das Gewerbegebiet Ost in Zella-Mehlis ist ein Beispielprojekt für die Region, da sind sich Andrea Voigt und Eberhard Bahner einig. „Das Potential von Arbeitskräften aus dem Landkreis wird durch die im Gewerbegebiet angesiedelten Unternehmen voll genutzt“, sagt Voigt. Die EFRE-Förderung war einer der Gründe für den Erfolg des Projekts. Deswegen hat die Stadt Zella-Mehlis schon einen Antrag für die kommende Förderperiode von 2014 bis 2020 gestellt.

Freitag, 5. Oktober 2012

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